Fritz Pölking Preis 2015 – Bruno D’Amicis aus Italien gewinnt mit Story über kleinsten Caniden der Welt

Mit der Story „Der Fennek, kleiner Geist der Dünen“ gewann der Italiener Bruno D’Amicis  den Fritz Pölking Preis 2015. Dieser internationale Preis, der seit acht Jahren zu Ehren des 2007 verstorbenen Fritz Pölking von der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen (GDT) gemeinsam mit dem Tecklenborg-Verlag ausgeschrieben wird, wird jährlich für ein herausragendes fotografisches Werk vergeben. Dies kann sowohl ein naturfotografisches Projekt als auch ein Portfolio sein.

Die Jury, bestehend aus Gisela Pölking, Marion Vollborn, Werner Bollmann, Hermann Hirsch und Hubert Tecklenborg hatte keine leichte Wahl. Jury-Mitglied Werner Bollmann erklärt: „Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel – man weiß nie, was man bekommt“. Dieser berühmte Satz aus dem Filmklassiker „Forrest Gump“ gilt nicht nur für das Leben im Allgemeinen, sondern gerade auch für eine Jurierung, denn jedes Mal von neuem ist es spannend zu sehen, was Fotografen an Bildern und Themen aus aller Welt einsenden. Und die Schachtel war gut bestückt: Interessante Portfolios, spannende Reportagen – es war alles dabei.“

Letztlich konnte der Italiener Bruno D’Amicis die 5-köpfige Jury mit seiner spannenden Story über ein charismatisches, bislang kaum in Freiheit fotografiertes Tier überzeugen. Werner Bollmann: „Der Fennek ist nachtaktiv und extrem scheu, lebt in abgelegenen Wüstenregionen Nordafrikas, in Ländern, die sich nicht unbedingt durch stabile politische Verhältnisse hervortun, wo Sandstürme und Fliegenschwärme das Leben zur Hölle machen können. Ein mutiges Unterfangen also, solch ein Projekt anzugehen. Und fotografiert hat diese Geschichte einer, der dafür bekannt ist, keine Strapazen und Hindernisse zu scheuen, der oft erst da anfängt, wo andere längst aufgegeben haben – Bruno D’Amicis aus Italien. Mit seinem Portfolio gibt er uns einen großartigen Einblick in das Leben und manchmal auch Leiden des kleinen Fuchses mit den großen Ohren.“

Bruno D’Amicis wurde 1979 in Rom geboren. Heute lebt und arbeitet er im Schatten der Abruzzen. Seit 2004 arbeitet er als professioneller Naturfotograf mit dem Schwerpunkt auf Themen, die sich mit dem Schutz von Lebensräumen und Biodiversität beschäftigen. Seine Erfolge können sich sehen lassen. Preise bei „World Press Photo“, dem „Wildlife Photographer of the Year“, dem „GDT Europäischer Naturfotograf des Jahres“ und vielen weiteren Wettbewerben. Seine Bilder werden in Büchern, Kalendern und renommierten Magazinen wie National Geographic World Edition, GEO und BBC-Wildlife veröffentlicht. Regelmäßig arbeitet er in Italien, aber auch weltweit für Umweltschutzorganisationen wie WWF, Birdlife International, NABU und UNESCO. Im Auftrag der National Geographic Society fotografierte er in Tunesien (2013) und Madagaskar (2014). Er wird weltweit als Vortragredner eingeladen, schreibt Bücher und arbeitet derzeit zusammen mit zwei weiteren Fotografen und einem Filmteam an einem Multimedia-Projekt, das sich ausschließlich der Schönheit italienischer Landschaften widmet – L’Altro Versante.

Weitere Infos zu Bruno D’Amicis:  www.brunodamicis.com

In einer sternenklaren Nacht macht ein ausgewachsener Fennek ein Selbstportrait, indem er durch den Infrarot-Strahl einer Kamerafalle läuft, die an einem Pfad zwischen den Dünen aufgebaut wurde. Diese Füchse sind überwiegend nachtaktiv und können weite Strecken zurücklegen, um ihre Beute in der dunklen Stille der Sahara zu jagen. © GDT ENJ 2015, Fritz Pölking Preis, Bruno D’Amicis

In einer sternenklaren Nacht macht ein ausgewachsener Fennek ein Selbstportrait, indem er durch den Infrarot-Strahl einer Kamerafalle läuft, die an einem Pfad zwischen den Dünen aufgebaut wurde. Diese Füchse sind überwiegend nachtaktiv und können weite Strecken zurücklegen, um ihre Beute in der dunklen Stille der Sahara zu jagen.
© GDT ENJ 2015, Fritz Pölking Preis, Bruno D’Amicis

Fritz Pölking Jugendpreis 2015

Mit einem abwechslungsreichen, informativen und unglaublich sauber ausgearbeiteten Portfolio über Schneeziegen in Nordamerika konnte der junge Kanadier Connor Stefanison (Jhg.  ́91) aus British Columbia die Jury überzeugen und den Fritz Pölking Jugendpreis für sich gewinnen. Seine Story stellt mit eindringlichen Portraits und Bildern von Verhaltensweisen das Leben und die hochmontane Welt dieser eleganten Tiere dar. Schneeziegen waren schon immer seine Lieblingstiere. Ihr weißes Fell und ihre waghalsigen Kletterkünste machen sie für Connor Stefanison zu einer Ikone der nordamerikanischen Kordilleren. Für diese Aufnahmen verbrachte er mehrere Tage in den Bergen.

Stefanison: „ Auch die Schneeziegen sind vom Klimawandel bedroht: Sie bilden Meta‑Populationen, die in hochalpinen Regionen beheimatet sind. Mit den steigenden Temperaturen verringert sich dieser Lebensraum zusehends, und Raubtiere aus den Tälern dringen immer weiter in höhere Lagen vor. Hoffentlich können diese Bilder dazu beitragen, dass sich mehr Menschen für den Schutz dieser großartigen Tierart einsetzen.“

Weitere Infos zu Connor Stefanison: www.connorstefanison.com

Eine kleine Schneeziegenfamilie rastet an einem stillen Morgen vor Sonnenaufgang auf einem Blockfeld auf einem Gebirgskamm. Im Vordergrund steht der dominante Bock, im Hintergrund das dominante Weibchen mit seinem Jungen. ©GDT ENJ 2015, Fritz Pölking Jugendpreis, Connor Stefanison

Eine kleine Schneeziegenfamilie rastet an einem stillen Morgen vor Sonnenaufgang auf einem Blockfeld auf einem Gebirgskamm. Im Vordergrund steht der dominante Bock, im Hintergrund das dominante Weibchen mit seinem Jungen. ©GDT ENJ 2015, Fritz Pölking Jugendpreis, Connor Stefanison

Kurz nach Sonnenaufgang wandert das dominante Schneeziegenpaar mit seinem Jungen am Rande einer steilen Klippe. © GDT ENJ 2015, Fritz Pölking Jugendpreis, Connor Stefanison

Kurz nach Sonnenaufgang wandert das dominante Schneeziegenpaar mit seinem
Jungen am Rande einer steilen Klippe. © GDT ENJ 2015, Fritz Pölking Jugendpreis, Connor Stefanison

Hinterlassen Sie einen Kommentar