Praxistest: Fototasche König liteBag2

Tachenkönig

Das Angebot an Schultertaschen für kleine und große Fotoausrüstungen ist riesig. Ein Geheimtipp unter Outdoorfans sind schon lange die wasserdichten Taschen von König Photobags. Wir haben uns intensiv mit dem Modell liteBag 2 beschäftigt.

Autor: Hans-Günther Beer

Komplett wasserdicht und robust sollte sie sein. Außerdem klein genug, um eine mittlere Systemkamera-Ausrüstung aufzunehmen und möglichst leicht musste sie auch sein, meine neue Schultertasche. Obwohl ich, wie viele Fotografen, im Besitz mehrerer Fototaschen und Rucksäcke von Lowe Pro und Billingham bin, und sich diese auch alle in der Praxis mit den Spiegelreflexausrüstungen bewähren, keine taugte so richtig für meine Systemkamera-Ausrüstung. Um es kurz zu machen, ich suchte neben den oben aufgeführten Eigenschaften eine kompakte, praktische und vor allem leichte Schultertasche. Schließlich sollte der Vorteil einer Systemkamera gewahrt bleiben.

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Bei der Recherche schrumpfte das Angebot solcher Taschen schon deutlich ein und nach vielen Vergleichen bin ich schließlich bei der liteBag2 von König Photobags gelandet. Diese kleine Manufaktur im schwäbischen Grafenau bei Böblingen stellt ihre unter ernsthaften Outdoorfotografen bestens bekannten Taschen und Rucksäcke und auch Sonderlösungen selber her – Made in Germany also. Als Partner hat sich Erhard König die Firma Ortlieb ins Boot geholt. Ortlieb stattet unter anderem Expeditionen aus und ist für seinen wasserdichten Rollverschluss berühmt. Und genau einen solchen Rollverschluss besitzt auch die liteBag2, die in der Variante für Spiegelreflexkameras 170 Euro kostet. Dafür bekommt der Eigner in der Tat eine ganz besondere Tasche.

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Die Außenhaut besteht aus einem extrem robusten, reißfesten und wasserdicht verschweißten Cordura-Verbundmaterial. Mit dieser Außentasche, die im Innern mit zusätzlichen Versteifungen versehen ist,  sind alle Applikationen für das Tragesystem, der obere Tragegriff sowie eine allerdings nicht wasserdichte Fronttasche verschweißt. Grund dafür ist der Reißverschluss dieser Fronttasche, für den König eine Wasserdichtigkeit nicht garantieren kann. Um es vorwegzunehmen, selbst nach zehn Minuten Dauerbrausen in der Badewanne befanden sich in dieser Vordertasche nur wenige Tropfen Wasser – die Haupttasche blieb erwartungsgemäß staubtrocken. Dort drin steckt eine – zum Reinigen herausnehmbare –Innentasche. Diese besteht aus mit Industrieflausch überzogenem hochfesten Schaummaterial, das eine besonders hohe Absorptionsfähigkeit gegen Schläge und Stöße besitzen soll. Wie auch bei anderen Fototaschen üblich, lässt sich der Innenraum mit einem Teilersystem auf die Ausrüstung anpassen. Erste Besonderheit: Man kann sich in gewissen Grenzen von Erhard König die Innentasche, was Teilerhöhe und -breite betrifft, auf seine individuelle Ausrüstung anpassen lassen. Das kostet 20 Euro Aufpreis.

Zweite Besonderheit: Als zusätzlichen Schutz nach oben besitzt die Innentasche einen zweiteiligen Deckel aus Polstermaterial, dessen Flügel dank kräftiger Elastikbänder automatisch aufklappen, wenn die Tasche geöffnet wird. Beim Schließen klappen sie natürlich auch selbstständig zu. Das Öffnen und Schließen unterscheidet sich grundsätzlich von allen anderen mir bekannten Kamerataschen. Man drückt die oberen, jeweils durch einen dicken Kunststoffstreifen verstärken Enden der Außentasche zusammen und beginnt nun das ganze zusammenzurollen. Anschließend steckt man links und rechts die Verschlüsse in die entsprechenden Laschen. Die Tasche ist wasserdicht verschlossen. Sehr schön kann man den Schließvorgang in einem YouTube Video von taschenfreak.de beobachten, das Jörg Langer angefertigt hat. Suchbegriff: litebag2.

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In der Praxis hat mich die Tasche bislang restlos überzeugt. Sie ist mit 700 Gramm recht leicht und der Schultergurt so bequem, dass selbst stundenlanges Wandern keine Unannehmlichkeiten erzeugt. Wer will kann den mitgelieferten Hüftgurt montieren, der bei Nichtgebrauch in einer kleinen Tasche am Trageriemen verschwindet, entsprechende Befestigungsösen sind natürlich vorhanden. Die Bedienung des Rollverschlusses geht einem sehr schnell in Fleisch und Blut über. Man hat bei offener Tasche sofort Zugriff auf das gesamte Equipment ohne noch weiter Reißverschlüsse oder dergleichen öffnen zu müssen. Ist die Tasche außen völlig verschmutzt kann beim Öffnen dank des Rollverschlusses davon nichts ins Innere gelangen. Ein kurzer Besuch in der Dusche, natürlich in geschlossenem Zustand, und sie sieht aus wie neu.

Fazit: Die König liteBag2 ist eine ideale Schultertasche für kleine Ausrüstungen. Sie ist exzellent verarbeitet, komplett wasser- und staubdicht und hat sich selbst unter schwierigsten Bedingungen bewährt. Eine ganz klare Empfehlung.

Alle Fotos: Copyright Hans-Günther Beer | Pictures Magazin Ausgabe 7-8/2014

2017-06-13T13:10:09+00:00 22. Oktober 2014|Categories: News, Praxistests, Taschen|Tags: , , , |

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