HDR par excellence

Flexibel, individuell und professionell – HDR projects #3 professional ermöglicht HDR-Aufnahmen bei voller Kontrolle. 

Autor: Dragana Mimic

Der Franzis Verlag spendiert seinem Steckenpferd der projects-Reihe nicht nur eine einfache Frischzellenkur, sondern ein All-over Make-up und schickt HDR projects nun bereits in die dritte Runde. HDR projects #3 professional bringt eine völlig neu  rogrammierte Engine für die Berechnung in einer 64-Bit Farbtiefe mit. Außerdem wartet das Programm mit überarbeiteten Funktionen beim Bildbrowser, RAW-Modul und der eigens für die Software entwickelten Smart Colorspace Adaption, kurz SCA, auf. Da sich das grundsätzliche Handling der Software nicht verändert hat, möchten wir auf den  ausführlichen Software-Test von HDR projects professional, der Vorgänger-Software, in Ausgabe 03/2014 verweisen. Eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Fakten finden Sie auch im Info-Kasten. Doch in diesem Test möchten wir explizit auf die Neuerungen eingehen.

 

Der HDR-Workflow
Die ausgereiften HDR-Programme der projects-Reihe entwickeln dank automatisierter Algorithmen per Knopfdruck High-Definition-Range-Bilder. So kann der Anwender, egal ob Einsteiger oder Fortgeschrittener, direkt in den HDR-Prozess eingreifen und die Ergebnisse nach individuellen Wünschen gestalten. Der sogenannte Belichtungsreihen-Browser sortiert automatisch zusammenhängende Belichtungsreihen und ermöglicht müheloses Sichten und Sortieren großer Bildbestände. Die Software erlaubt des Weiteren das direkte Bearbeiten der Einzelbilder aus Belichtungsreihen und RAW-Daten und gleicht fehlende Belichtungswerte sogar mit synthetisch erzeugten Bildern aus. Außerdem stehen individualisierbare Einstellungen wie die Auswahl des gewünschten Farbraumes, Weißabgleich, Bildentrauschung, Optimierung der Belichtung mit Schattenoptimierung, automatische Bildausrichtung sowie die automatische Geisterbildkorrektur zur Verfügung. Die einzelnen Bilder einer Belichtungsreihe können abgewählt werden, fließen also nicht mehr in die HDR-Erzeugung mit ein, Belichtungen können korrigiert und auch die Gewichtung der Einzelaufnahmen kann individuell justiert werden.

Für die Kreation des HDR-Looks kann aus einer Vielzahl verschiedener HDR-Algorithmen gewählt werden, die sich auf der rechten Seite der Benutzeroberfläche wiederfinden. Direkt darunter befinden sich zusätzliche Funktionen zur Feinjustierung des gewählten Algorithmus, um den Bildern einen individuellen Touch zu verleihen. Zum Finalisieren gelangt der Anwender über das Paletten-Symbol der Optionsleiste in die Bereiche Tonemapping und Post Processing. Hier stehen Voreinstellungen, unterteilt in sieben Themenbereiche, parat, die von natürlich bis hin zu künstlerisch anmutenden, teilweise mit Absicht überzogenen HDR-Looks, auftrumpfen. Anschließend kann der Anwender die vorgenommenen Einstellungen im Expertenmodus auf der rechten Seite der Arbeitsfläche weiter individualisieren. Dafür stehen verschiedene Tonemappings und Post Processing-Effekte bereit, die wiederum separat in den Parametereinstellungen nach Wunsch angepasst, verfeinert und auch als eigene Presets abgespeichert werden können. Das fertige Bild kann in allen gängigen Bild- und HDR-Formaten abgespeichert werden.

 

Noch mehr Schärfe und Brillanz
HDR projects #3 professional wurde mit den allerneuesten Technologien und mathematischen Verfahren für die HDR-Fusion, HDR-Paint und dem Tonwert-Processing ausgestattet – für HDR-Looks von natürlich bis bewusst überzogen. So erfolgt beispielsweise die HDR-Fusionsberechnung ab sofort im 64-Bit pro Farbkanal, um wirklich alle Licht- und Farbinformationen jeder einzelnen Aufnahme bis ins kleinste Detail analysieren, abgleichen und noch hochwertiger im Kontrastumfang als HDR-Bild darstellen zu können. Resultat ist, dass dem Software-Anwender eine höhere Qualität bei der Farbbrillanz und dem Kontrast garantiert werden – selbst wenn das HDR-Ergebnis wieder auf 32-Bit zurückkonvertiert wird. Für bessere Ergebnisse sorgt außerdem das neue Mikro-Alignment (Bildreihenabgleich), das auch Belichtungsreihen zulässt, die freihändig aufgenommen wurden. Dabei analysiert das Alignment Bild für Bild durch und gleicht die Belichtungsreihe vollautomatisch pixelgenau ab, um extrem scharfe Details darstellen zu können. Dazu gehört auch die automatische Eliminierung von Geisterbildern im Bild und in 360°-Panoramen. Die in diesem Artikel gezeigten Bilder sind allesamt ohne Stativ aufgenommen. Die Ergebnisse sprechen wohl für sich: Wir sind absolut begeistert, es funktioniert einwandfrei. Selbst beim Heranzoomen sind keinerlei Spuren von Geistereffekten sichtbar oder zu erahnen. Das händische Bearbeiten fällt vollständig weg und erspart wirklich eine Menge Zeit.

Für scharfe und vor allem farbechte Ergebnisse sorgt des Weiteren die bislang einmalige Farbraumberechnungsmethode Smart Colorspace Adaption (SCA). Mit dieser Neuerung haben die Entwickler eine elementare Verbesserung in der dynamischen Farbsättigung und Genauigkeit in der Darstellung der Primärfarben mit einer deutlich feineren Farbabstufung im Bild erreicht. Die SCA arbeitet weitaus präziser als herkömmliche Berechnungsmethoden und errechnet einen optimalen Farbraum für jeden einzelnen Pixel und dessen Nachbarpixel, und transportiert das errechnete Bild im Anschluss in den globalen Farbraum des gesamten Bildes zurück. So erhöht die SCA die Dynamik der Farbsättigung und ermöglicht feinere Farbabstufungen und erzeugt viel gleichmäßigere Farb- sowie Helligkeitsübergänge, was man den Bildern deutlich ansehen kann. Die SCA ist im Tonemapping zuschaltbar. Wir empfehlen sie einzuschalten, wenn sehr realistisch erscheinende Farbabstufungen erstellt werden sollen, was insbesondere im Großformatdruck sehr wichtig ist.

Preset: Landschaft-Fairytale

Preset: Landschaft-Fairytale

 

Integrierter RAW-Konverter
Wer perfekte HDRs erzielen und den höchst möglichen Tonwertumfang herausarbeiten möchte, sollte ganz klar in RAW fotografieren. Daher hat Franzis nun einen RAW-Konverter integriert, der Kameraprofile und individuelle Entwicklungseinstellungen abspeichert und im Workflow integriert. Somit wird ein externer Konverter völlig überflüssig. Ein absolutes Highlight der Software, denn viele Anwender sind sich bereits seit längerem einig, dass ein Konverter schon längst überfällig war. Somit haben die Entwickler auch in Sachen Bedienbarkeit eine ordentliche Schippe draufgelegt. Der RAW-Konverter bringt alle Funktionen mit, die zur hochwertigen Entwicklungseinstellung einer RAW-Datei benötigt werden. Der Clou ist aber, und das hat uns sehr gut gefallen, dass der RAW-Konverter selbst nachträgliche Parameterveränderungen während des Post-Processings erlaubt und diese gleich mitverrechnet – und das in einem rasanten Bearbeitungstempo, dank leistungsstarker Engine. Somit ist also eine Neuentwicklung des Bildes möglich, ohne den Workflow unterbrechen oder verlassen zu müssen. Äußerst praktisch, hier haben die Entwickler wieder sehr gut mitgedacht. Des Weiteren können sich Anwender nun mit Hilfe der neu integrierten Timeline über jede vorgenommene Einstellung einen Überblick verschaffen und haben so eine optimale Kontrolle über die einzelnen Arbeitsschritte. Nicht zu vergessen ist, dass die Vergleichsansicht weiter verbessert wurde. Sowohl im HDR-Modus, in dem der Vergleich zwischen Masterbild und HDR-Fusion angezeigt wird, als auch im Post-Processing, zwischen HDR-Bild und Tonemapping, hilft die Ansicht zu jedem Bearbeitungsschritt die volle visuelle Kontrolle der Bearbeitungsschritte im Auge zu behalten.

Noch mehr Einfluss auf Gewichtung und Fusion
Im HDR-Fusions-Modus auf der rechten Seite der Oberfläche bietet HDR projects #3 professional gerade für fortgeschrittene Anwender, die individuell arbeiten möchten, einige Neuerungen an. So kann je nach Helligkeitsvolumen der Bildreihen zwischen mittlerweile 13, zwei Algorithmen sind in dieser Version neu dazugekommen, speziell auf unterschiedliche Aufnahmesituationen ausgerichteten HDR-Algorithmen ausgewählt werden. Des Weiteren kann nun ein sogenanntes Masterbild aus der Belichtungsreihe festgelegt werden, an dem sich die Analyse und Berechnung der Luminanz (Helligkeit-Lichter) als Erstes orientiert. Wir empfehlen Ihnen das Masterbild einfach mal zu wechseln, um ein Gefühl für die unterschiedlichen Auswirkungen zu erhalten. Ebenso sollten Sie unbedingt die HDR-Algorithmen durchklicken, denn je nach Ausgangsmaterial kann das Ergebnis recht unterschiedlich ausfallen. Apropos Ausgangsmaterial: Die Software unterstützt Bildreihen mit einer nicht zu verachtenden Anzahl von bis zu 33 (in der professional Version) RAW-, TIFF- oder JPEG-Dateien sowie auch Einzelbilder, um Pseudo-HDRs zu erstellen.

Rechts unten im Bedienfeld findet sich außerdem eine weitere praktische neue Option: die Motiv-Brillanz – eine automatische Motiv-Optimierung, die optional aktiviert werden kann. Je nach Motiv aktiviert diese Einstellung eine optimierte Tonwertspreizung, die im Histogramm und natürlich im Ergebnisbild ersichtlich wird.

Im HDR-Paint, der bislang einzigartigen manuellen Gewichtungseinstellung der Bildreihen, kann der Anwender wieder gezielt selbst Hand anlegen. Zur detailgenauen selektiven Bearbeitung, Verstärkung oder Abschwächung der einzelnen Bildgewichtungen, wurden in der neuen Version gleich 10 neue Pinselformate integriert, die in Größe und Deckkraft variabel einzustellen sind. So können ab sofort auch sehr diffizile Bereiche wie etwa eine dünne Fahnenstange, ein Hausgiebel sowie eckige, runde oder trapezförmige Motivdetails exakt markiert und bearbeitet werden. Das ist sinnvoll, wenn man zum Beispiel den Fokus auf einen bestimmten Bildbereich lenken oder etwaige Halos abschwächen möchte. Das pixelgenaue Hervorheben oder auch Abschwächen bestimmter Bilddetails gelingt so auch Unerfahrenen im Handumdrehen.

Neue Tonemapping- und Post-Processing-Erweiterungen
Insgesamt stehen rund 81 Presets aufgeteilt in die sechs Kategorien Natürlich, Landschaft, Monochrom, Surreal, Architektur und Künstlerisch für die Finalisierung des HDRs zur Verfügung und bieten dem Anwender eine Vorschau seines Motivs. Zusätzlich dazu kann die optimale Lichtwirkung des Tonemappings optional in drei Tageszeitstufen Tageszeit, Dämmerung und Nacht mit Detailschutz eingestellt werden und somit die Stimmung und Atmosphäre des Bildes angepasst werden. Insbesondere für Einsteiger, die sich noch nicht an den Expertenmodus herantrauen, ist der wahlweise zu aktivierende neue Optimierungsassistent zu empfehlen. Hier können die Optionen Entrauschen, Klarheit, Tonwert, Dynamik und Schärfe optimal korrigiert werden. Dabei wird jedes Bild individuell anhand des gewählten Presets analysiert. Eine weitere, äußerst praktische Neuheit ist, dass der Optimierungs-Assistent die Vorlieben des Anwenders erlernt und sie automatisch für nachfolgende Projekte anbietet. Auch das kann unter Umständen Zeit bei der Bearbeitung einsparen.

Erfahrene Anwender und professionelle Fotografen haben im Expertenmodus den gesamten Gestaltungsspielraum bei der Auswahl aus 11 überarbeiteten Tonemapping-Verfahren und zusätzlich 13 neuen Effekteinstellungen wie Schärfen HD,
Perspektive korrigieren, gewogener Schwarz-Weiß-Punkt, dynamische Helligkeit und viele mehr um den Bild-Look weiter zu verfeinern und zu individualisieren. Auch hier sollten Sie die Effekte unbedingt durchprobieren. Nach wenigen Workflows werden sich hier schnell einige Favoriten herauskristallisieren.

Sensorflecken und störende Elemente ade
Sensorflecken, die selbst bei hochwertigen Kameraausrüstungen auftreten, aber auch Kratzer im Bild können automatisch mithilfe der neuen Korrekturfunktion entfernt werden, die Sie im Tonemapping-Modus finden. Dabei analysiert die Software den Umkreis des zu ersetzenden Bereichs und füllt ihn mit entsprechenden Farbpixeln. Man kann aber auch manuell den Zielbereich auswählen, mit dem die fehlerhaften Pixel gefüllt werden sollen. So können auch störende Bildelemente, und eben nicht nur Sensorflecken und Kratzer, ganz einfach entfernt werden.

 

Fazit
HDR projects #3 professional ist eine schnelle und moderne Software, die vorhandene Ressourcen wie ein 64-Bit Betriebssystem, Mehrkernprozessoren und die GPU effektiv nutzt. Besonders gut gefallen hat uns die intuitive Bedienung. Dank hilfreicher Hinweise via Mouse-Over und der ausführlichen, (auf Wunsch) immer präsenten Infoleiste im unteren Arbeitsbereich, kann sich auch der HDR-Neuling extrem schnell zurechtfinden. Auch die schnelle Datenverarbeitung hat uns beeindruckt. Mit HDR project #3 professional kann sich jeder HDR-Liebhaber individuell austoben und Looks ganz nach seinen Wünschen kreieren. Wie von einer Profi-Software nicht anders erwartet, stehen dafür extrem viele Einstellmöglichkeiten und Tools zur Verfügung. Hat man darauf keine Lust, benutzt man eine fertige Vorlage und kommt auch schnell zu einem zufriedenstellenden Ergebnis. Innovative Funktionen, wie der integrierte RAW-Konverter oder die bislang einmalige Farbraumberechnungsmethode Smart Colorspace Adaption (SCA), haben uns von dieser Software wieder einmal überzeugt.

Einen Funktionsvergleich zwischen HDR projects #3 Standard und HDR projects #3 professional, wie auch eine Listung der Neuerungen und Verbesserungen in der Software werden dem Anwender unter www.hdrprojects.de detailliert zur Verfügung gestellt. HDR projects #3 professional bringt im Übrigen auch Plug-ins für Adobe Photoshop CS6/CC/CC 2014 und Photoshop Elements 11/12 mit. Sie können also auch von diesen Programmen aus das Bild an die Software weitergeben.

Wer sich die Software erst einmal genauer ansehen und ausprobieren möchte, sollte sich zunächst die Testversion unter www.franzis.de herunterladen. Die Software ist während der Testlaufzeit von 30 Tage in vollem Umfang nutzbar, jedoch werden die abgespeicherten Ergebnisse mit einem Wasserzeichen versehen.

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PRODUKT: HDR projects #3 professional
HERSTELLER: Franzis
IM NETZ: www.franzis.de
PREIS: Standard Version 149 Euro
Professional Version 289 Euro
VERTRIEB: Franzis Verlag GmbH
Richard-Reitzner-Allee 2
D-85540 Haar b. München
SYSTEMVORAUSSETZUNGEN:
WINDOWS: 8.1/8/7/Vista, 32/64 Bit;
Prozessor Core Duo, 2 GB RAM, 2 GB HDD,
Bildschirmau ösung 1.280 x 1.2024 Pixel
MAC: OS X ab 10.7, 32/62 Bit; Prozessor
Intel/G5, 2 GB RAM, 2 GB HDD,
Bildschirmauflösung 1.280 x 1.2024 Pixel

 

 

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Ein Kommentar

  1. […] Smart Colorspace Adaption (SCA), haben uns von dieser Software wieder einmal überzeugt.” HDR projects 3 professional im TEST hier zu lesen im Pictures Magazin […]

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