Sie denken, es sei nicht möglich, eisige Kälte und wohlige Wärme, Polarlichter und Wasserfälle, Regenbögen und gefrorene Seen gleichzeitig zu erleben und auf Fotos festzuhalten? So etwas gebe es nur in Märchen? Ja, in Märchen und auf den beeindruckenden Bildern, die Torsten Richertz aus Island mitgebracht hat.

von Alena Schmidt | © Fotos Torsten Richertz

„Wenn man die Aurora tanzen sieht, hat man tatsächlich das Gefühl, als sei man nicht von dieser Welt. Es ist einfach unbeschreiblich, wenn die Lichter über deinem Kopf erscheinen. Man muss es selbst erlebt haben, um zu verstehen, wie cool es wirklich ist. Selbst die besten Bilder werden dem Eindruck überhaupt nicht gerecht“, erzählt Torsten begeistert.

Der 20-jährige Fotograf bereiste mit seiner Mutter in gerade mal fünf Tagen die Insel und schaffte es trotzdem, drei Städte zu besuchen und unterschiedlichste Aufnahmen der Landschaften zu machen. „Nächstes Mal würde ich definitiv mehr Zeit einplanen, denn die Entfernungen werden oft unterschätzt. Außerdem hält man immer wieder irgendwo an, weil das Land einfach zu schön ist.“ Und von diesem schönen Land mit seinen Polarlichtern hatte der Fotograf schon lange geträumt.

 

Planlos …

Während er von der Reise, den einzelnen Stopps und Unterkünften eine klare Vorstellung hatte, hatte der Student für die Fotos, die er machen wollte, keinen konkreten Plan. Er wusste, welche Orte er sehen wollte, jedoch nicht, wie die Fotos davon genau aussehen sollten. „Mein größter Wunsch war es, geile Polarlichtfotos zu machen. Wegen der Sonnenstürmegab es aber leider nur wenige Gelegenheiten dazu. Um diese abzupassen und vorbereitet zu sein, hatte ich eine App. Sie zeigte mir, wo und wann ich die Polarlichter sehen konnte“, erklärt Torsten.

Zu allem Überfluss passierte dann sogar noch ein Unfall: SeineHauptkamera, die Sony a7RII, fiel genau an dem einzigen Tag, an dem sich die Lichter zeigten, ins Meer und ging nicht mehr an. „Dadurch hatte ich kein Vollformat mehr und musste die Lichter mit der a6300 fotografieren. Die Kamera ist natürlich auch toll, rauscht bei einer höheren ISO aber mehr als die verunfallte a7RII.“ Dennoch machte er das Beste aus der Situation, belichtete seine Vordergründe mehrfach und stackte die Fotos in der Nachbearbeitung, um das Rauschen zu vermindern. Bei manchen Fotos wählte er lange Belichtungszeiten für den Vordergrund und kurze für die Polarlichter.

… aber erfolgreich

Eine weitere Herausforderung stellte das Wetter dar: Windböen mit 70 km/h und viel Regen. Aber auch diesen Widrigkeiten hat Torsten mit seiner positiven Art etwas Gutes abgewonnen: „Man muss sich einfach nach draußen trauen. Das schlechte Wetter erzeugt nämlich echt interessante Lichtstimmungen – sehr düster und dadurch passend zur beeindruckenden, schroffen Landschaft.“

Neben den Polarlichtern gab es ein weiteres Highlight, das der Fotograf unbedingt sehen und fotografieren wollte: der Skogafoss Wasserfall. Circa 500 Stufen musste er erklimmen, um den Wasserfall von oben zu sehen und war enttäuscht wegen der unpassenden Perspektive. Kurzerhand stieg er die Treppe wieder hinab und fand dort ein ganz besonderes Motiv: einen Regenbogen über dem Wasserfall, der scheinbar nur von unten sichtbar wahr. Was für ein Glück. //

 Das große Reisegepäck

  • Sony a7R II
  • Sony a6300
  • Sony 16-35mm f/4
  • Sigma 50mm f/1.4
  • Irix 15mm f/2.4
  • Diverse Filter
  • DJI Mavic Pro
  • Stativ
  • Plastiktüten für die Kamera
  • Ersatzakkus
  • Stirnlampe
  • SD-Karten
  • Fernauslöser