Joel Sternfeld – Farbfotografien seit 1970

Haben Sie mal wieder Lust auf inspirierende Fotografien? Das Museum Folkwang, Essen, widmet dem amerikanischen Fotografen Joel Sternfeld (*1944, New York) noch bis zum 23. Oktober 2011 die erste europäische Retrospektive, mit rund 130 Arbeiten aus über drei Jahrzehnten. Unter dem Titel Joel Sternfeld – Farbfotografien seit 1970 werden insgesamt elf Projekte gezeigt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf 60 Fotografien aus seinem bisher unveröffentlichten Frühwerk, das von 1969 bis in die späten 1970er Jahre reicht. Sternfelds Blick richtet sich immer wieder auf sein Heimatland Amerika mit seinen Eigenarten, den Menschen und seinen spezifischen Landschaften.

Joel Sternfeld

: Summer Interns Having Lunch, Wall Street, New York, August 1987
Joel Sternfeld: Summer Interns Having Lunch, Wall Street, New York, August 1987
 aus der Serie: Stranger Passing
 C-print
 118,11 x 96,52 cm (46 1/2 x 38 inches) 
© Courtesy of the artist and Luhring Augustine, New York, 2011

 

Joel Sternfeld zählt neben Stephen Shore zu den wichtigsten Vertretern der New Color Photography, die in den 1970er Jahren die Farbe für die Kunstfotografie entdeckten.1978 begann Sternfeld seine Reise durch die USA in einem VW-Bus, um sich der sozialen Topografie seines Landes zu vergewissern. Auf dieser „Odyssee“ entstand die Serie American Prospects, für die er 1987 internationale Anerkennung erhielt. Die handliche Kleinbildkamera, die er für seine frühen Serie Rockaway Beach, Street Works und New Jersey Malls in der Tradition des unauffälligen Beobachters einsetzte, wurde für dieses Projekt gegen eine 8×10 inch Großformatkamera eingetauscht, um die gewünschte Detailschärfe zu erzielen.

In dem folgenden Projekt Stranger Passing (1987–2000) konzentriert sich sein Blick auf die Menschen. Dabei entstand ein Gesellschaftsporträt, das an die Darstellung der Deutschen aus den 1920er Jahren von August Sander erinnert. Die Serie On This Site (1993–1996) zeigt Orte, die auf den ersten Blick nichts Auffälliges mitteilen. Erst der begleitende Text klärt darüber auf, dass es sich um Tatorte von Verbrechen handelt. In Sweet Earth – Experimental Utopias in America (1993–2005) setzt Sternfeld sich mit gesellschaftlichen Utopien auseinander.

Die amerikanische Landschaft und ihre charakteristischen Orte sind für die Arbeiten Sternfelds wesentlich, allerdings jenseits des Sublimen und Pittoresken traditioneller Landschaftsdarstellung. In Walking the High Line (2000–2001) nähert sich Sternfeld einer stillgelegten Bahnstrecke mitten in New York, wo sich die Natur ihr Refugium zurück erobert und nur noch stellenweise auf den ehemals regen Zugverkehr in Manhattens West Side schließen lässt. Oxbow Archive (2005–2007) ist eine fotografische Langzeitbeobachtung der East Meadows, Northampton und zeigt die Einzigartigkeit der Jahreszeiten sowie die Auswirkungen des menschlichen Eingreifens in die Natur. Das globale Thema Klimaveränderung ist Bezugspunkt der beiden Projektionen Treading on Kings (2001) und When it changed (2005) zu den Protesten des G8-Gipfels in Genua und der Klimakonferenz in Montreal.

Sternfelds distanzierter Blick auf die Phänomene und Eigenarten seines Heimatlandes und seiner Bewohner lässt eindringliche Bilder entstehen, die ein Amerika zwischen Utopie und Dystopie zeigen.

Die Ausstellung geht im Anschluss an die Präsentation im Museum Folkwang auf Tournee und wird in Amsterdam, Berlin und Wien zu sehen sein.
Öffnungszeiten Di bis So 10 bis 18 Uhr, Fr 10 bis 22.30 Uhr, Mo geschlossen

http://www.museum-folkwang.de
info@museum-folkwang.essen.de

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Quelle: Pressemeldung / Bearbeitung: tok

2017-06-13T08:14:15+00:00 29. August 2011|Categories: News|

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