Unter dem Titel „Koelbl – Wenders – Bender: Drei Fotografinnen – drei Generationen“ präsentiert Leica vom 26. August bis zum 3. September 2021 auf der Berlin Photo Week spannende Einblicke in drei außergewöhnliche Lebenswerke.

Ein starker fotografischer Dreiklang ist mit den Leica Fotografinnen Herlinde Koelbl, Donata Wenders und Xiomara Bender auf der diesjährigen BERLIN PHOTO WEEK (BPW) zu entdecken. So unterschiedlich die Themen und die Bildsprachen der drei Fotografinnen auch sind, so einig sind sie sich doch in der Wahl ihrer Kamera. Eine Leica war immer dabei: von den frühen analogen Gesellschaftsstudien bei Herlinde Koelbl, über die poetischen Inszenierungen von Donata Wenders bis hin zu aktuellen Einblicken in die Lebenswelt Nord-Koreas, die Xiomara Bender mit ihrer Leica SL erkundete. Kuratiert wird die Ausstellung von Karin Rehn-Kaufmann, Artdirector und Generalbevollmächtigte Leica Galerien International, die in diesem Jahr auch Mitglied im Creative Board der Berlin Photo Week ist. Die speziell für den Ausstellungsort, die ARENA Berlin, entwickelte Präsentation zeigt neben den fotografischen Bildgruppen auch ergänzende Text- und Videoelemente. So verweben sich die drei künstlerischen Positionen zu einem außergewöhnlichen Parcours, der spannende Einblicke in Leica Fotografien aus fünf Jahrzehnten bietet.

Drei Fotografinnen – drei Generationen

Seit Jahrzehnten hat Herlinde Koelbl (*1939), im Bild oben rechts, als sensible Chronistin und kritische Beobachterin immer wieder die Befindlichkeiten der deutschen Gesellschaft in freien Projekten fotografisch hinterfragt. In Berlin wird eine Werkauswahl aus den umfangreichen Zyklen „Das Deutsche Wohnzimmer“, „Feine Leute“, „Kleider machen Leute“ sowie aus der aktuellen Serie „Faszination Wissenschaft“ präsentiert. Immer wieder zeigt sich, wie überzeugend der Fotografin mit forschender Neugier und Beharrlichkeit das faszinierende Zusammenspiel von Erkenntnisgewinn und feiner Porträtkunst gelingt.

Berlin Photo Week

© Herlinde Koelbl: Bischof. Aus der Serie „Kleider machen Leute“

Ebenso wie Herlinde Koelbl setzt auch Donata Wenders (*1965), im Bild oben links, in ihrer künstlerischen Arbeit ganz auf die Möglichkeiten der schwarzweißen Fotografie. Sie konzentriert sich dabei aber stärker auf das Einzelbild, das durch Licht und Schatten sowie durch das Spiel mit Schärfe oder Unschärfe stets zu einer einzigartigen poetischen Komposition gestaltet wird. Ob magische Figurenstudie oder klassisches Porträt: in ihrem Werk erweitert die Künstlerin den Blick ganz spielerisch über das Konventionelle und Bekannte hinaus.

© Xiomara Bender: Woman on a bus at a Bustop at Kim Il Sung Square 2015 / Pyongyang North Korea

Mit einer vor knapp zwei Jahren entstandenen intensiven farbfotografischen Serie aus Nord-Korea ist Xiomara Bender (*1987), im Bild oben Mitte, in der Ausstellung vertreten. Wie kaum einer anderen westlichen Fotografin ist es ihr in den letzten zehn Jahren gelungen, das hermetisch abgeriegelte Land kennenzulernen. Bender versteht ihre Fotografien zugleich als Botschafter und als Projektionsflächen. Sie laden ein, sich auf das scheinbar Fremde einzulassen und dabei die zumeist vorherrschenden Klischees zu überdenken.

© Donata Wenders: Time to Read, James Franco Montreal

Berlin Photo Week: Der Mensch im Mittelpunkt

Verbindendes Element aller drei künstlerischen Positionen ist der im Mittelpunkt stehende Mensch. Die Fotografinnen berichten aus dem Alltag verschiedenster Protagonisten, heben sie dabei mit unterschiedlichsten Gestaltungsmitteln aus ihrem Umfeld heraus und machen Lust, sich den jeweiligen Geschichten näher zu widmen. Der geplante Talk mit den Fotografinnen wird als Highlight die Präsentation auf der Berlin Photo Week ergänzen.