„Auf Zeitreise“ mit Yvonne Sophie Thöne

Die Fotografin Yvonne Sophie Thöne hat einen Hang zur Nostalgie. Gekonnt transportiert sie Kleider und Requisiten der Vergangenheit ins 21. Jahrhundert und kombiniert schicke Fifties-Roben mit modernen Modellen. Durch diese Verbindung aus Geschichte und Gegenwart erhalten ihre Bilder eine besondere Spannung.

Von Alena Schmidt
© Fotos Yvonne Sophie Thöne

yvonnesophiethoene.de
sophiegrafie.eu
instagram.com/yvonnesophiethoene

 

The English Rose. Model, H&M: Lydia Helen.

Eine selbstständige Fotografin war Yvonne Sophie Thöne nicht „schon immer“. Nach einem Lehramtsstudium und einem Referendariat machte sie ihren Doktor in Evangelischer Theologie, genauer gesagt im Fach „Altes Testamemt“. Dabei promovierte sie zum Thema „Raum und Geschlecht im Hohelied“.

 

„Das Hohelied ist eine Sammlung von erotischen Liebesliedern, extrem ästhetisch und sehr körperlich“, erklärt die Fotografin. „Vielleicht ist das für mich die Verbindung von Theologie und Fotografie: Die Freude an der Ästhetik, die Inszenierung des Menschen in seiner Körperlichkeit. Insbesondere gilt das für die Boudoir-Fotografie, die neben der Zeitreise eines meiner Lieblingsthemen ist. Zudem ist das Hohelied von starken Frauenfiguren geprägt. Ich bin eine feministische Theologin, daher ist es mir wichtig, Frauen stark, selbstbewusst, schön und sinngleich zugleich zu inszenieren.“

 

Babylon Kassel, Models: Katja, Lilly, Jannik, Johanna, Jonas (Place Models). H&M: Sabine Bierschenk, Hanna Göbel, Jegaarni Mahadevan. Outfits: Fräulein Backfisch, Grooms’n’Gentlemen.

 

Vintage + modern

Viele von Yvonnes Inszenierungen sind Vintage- und Retro-inspiriert, doch die Modelle haben immer etwas Modernes an sich – sie sehen niemals ganz so aus wie aus früheren Zeiten. Diese Brüche, die die Fotografin einbaut, können beispielsweise starke Posen oder Tätowierungen sein. Ein gutes Beispiel für diese stilistischen Brüche ist das Fotoprojekt „Babylon Cassel“.

 

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