Fujinon XF16mm F1.4 R WR

Von Hans-Günther Beer
© Fotos Hans-Günther Beer

Dieses 16 Millimeter-Weitwinkel besitzt einen Bildwinkel, der dem eines 24 mm Objektivs bei Kleinbild-Vollformatkameras entspricht. Die Bauweise ist wie bei der Mehrzahl der XF-Objektive von Fujifilm typisch sehr massiv aus hochwertigem Aluminium, sozusagen gebaut für die Ewigkeit. Dem entsprechend liegt das für ein Weitwinkel mit einer derart großen Blendenöffnung von f/1.4 sehr kompakt geratene Objektiv recht schwer in der Hand, passt aber hervorragend zur X-T3, die Kombination ist gut ausbalanciert. Der hintere der beiden Einstellringe ist für die Blendenwahl zuständig, rastet präzise, hat aber keine Sicherung für die Position „A“ (Blendenautomatik). Der vordere, sehr viel breitere Ring ist im Autofokusmodus blockiert, lässt sich also nicht drehen. Zieht man ihn jedoch in Richtung Kamera, gibt er die Entfernungsskala frei und man kann ihn etwa mit einem Drehwinkel von 180 Grad von festem Anschlag zu festem Anschlag sehr geschmeidig, allerdings ein wenig zu leichtgängig drehen. Für die optische Konstruktion verwendeten die Entwickler 13 Linsen in 11 Gruppen, darunter zwei ED-Linsen besitzen mit niedrigen Brechungsindex und zwei asphärischen Linsen. Eine doppelte Vergütung, HT-EBC plus Nanovergütung, soll den Kontrast insbesondere bei Gegenlicht verbessern und Geisterbilder (Flares) vermeiden. Das funktioniert in der Praxis sehr gut.

Die Bildqualität

Chromatische Aberration und Verzeichnung

Bei Offenblenden zeigt das Fujinon XF- 16mm F1.4 R WR bei offener Blende f/1.4 deutlich sichtbare Farbfehler an reflektierenden Metalloberflächen. Abblenden um ein/zwei Stufen reduziert diese Farbfehler deutlich, ab f/4 sind sie völlig verschwunden. Die geometrischen Verzerrungen sind nur gering kissenförmig ausgeprägt.

Vignettierung

Bei Offenblende f/1.4 zeigt das Weitwinkel einen sehr geringen Helligkeitsabfall zu den Rändern hin, der etwa 0,8 Blenden beträgt, der sich in einem RAW-Konverter leicht ausgleichen lässt.

Den manuellen Fokussiermodus schaltet man bei 16er durch Zurückziehen des Fokusringes ein.

Bokeh

Für ein Weitwinkelobjektiv dieser Brennweite zaubert das Fujinon XF- 16mm F1.4 R WR ein recht schönes und zartes Bokeh in die Aufnahme, wenn man bei Offenblende fotografiert, allerdings bleibt der unscharfe Hintergrund etwas unruhig.

Bildschärfe

Bei offener Blende f/1.4 zeigt das Fujinon XF16mm F1.4 R WR in der Bildmitte eine sehr gute bis überragende Schärfe, die zu den äußersten Bildrändern allerdings etwas abnimmt. Dafür gibt es die Bewertungen 9 und 8 Punkte. Leichtes Abblenden steigert die Schärfe in der Bildmitte auf überragende 9,5 Punkte. Bei Blende f/5.6 kommt das Weitwinkel in dieser Disziplin auf sehr gute 8,5 Punkte (siehe Steckbrief). Die Schärfeleistung des Fujinon XF- 16mm F1.4 R WR ist über den größten Bereich der Bildfläche sehr gut bis überragend und an den äußersten Ecken, etwas abgeblendet, sehr gut.

Fazit

Das Fujinon XF16mm F1.4 R WR ist ein sehr gutes, sehr lichtstarkes Weitwinkelobjektiv, das sehr scharf zeichnet und nur sehr geringe geometrische Verzerrungen aufweist. Es ist ein sehr gutes Objektiv für Landschaftsaufnahmen und für die Streetfotografie.

FUJINON XF16mm F1.4 R WR

Hersteller Fujifilm
Vertrieb www.fujifilm.de
Preis [UVP] 999 €

Technische Daten/Ausstattung

Objektivtyp Festbrennweite
Objektivbajonett Fujifilm XF
Brennweite, Lichtst. 24 mm, f/1.4
Linsen/Gruppen 13/11
kleinste Blende 16
max. Abbild.-Maßst. 1:4,8
abgedichtetes Bajonett •
spritzwassergeschützt •
Autofokus •
Bildstabilisator –
Naheinstellgrenze 15 cm
Blendenlamellen 9
Filterdurchmesser 67mm
Gegenlichtblende •
Objektivtasche –
Abmessungen (Ø x H) 74 mm x 73 mm
Gewicht 380 g

Testergebnisse (max. 10 Punkte)

geom. Verzeichnungen 9
chrom, Aberration 8
Vignettierung 9
Bokeh 8

Schärfe*   Mitte /Ecken  (Fujifilm X-T3)

f/ 1.4 9/8
f/ 2.0 9/8
f/ 2.8 9/8
f/ 4.0 9,5/8
f/ 5.6 9,5/8,5
f/ 8 9,5/8,5
f/ 11 9/8
f/ 16 8,5/8

*Klassenbezogene Wertung, APS-C-Format, 26 MPixel

Diesen Test finden Sie in der Ausgabe 11/2019.