Praxistest: Hardwarekalibrierbare Monitore CS2420 und CG2420 von EIZO

MESSWERKZEUGE FÜR FOTOGRAFEN

Mit seinen neuen hardwarekalibrierbaren Monitoren CS2420 und CG2420 bringt EIZO zwei echte Hochkaräter für Fotografen und Videofilmer auf den Markt. Ausstattung und Bildqualität sind Spitzenklasse.

Von Hans-Günther Beer
© Alle Fotos Hans-Günther Beer

Für erstklassige Fotos braucht jeder anspruchsvolle Fotograf auch erstklassiges Handwerkszeug. Dazu gehören bei der Bildbearbeitung vor allem hochqualitative Monitore. Genau für diese Zielgruppe fertigt der japanische Bildschirmhersteller EIZO seit eh und je Monitore, die selbst allerhöchsten Anforderungen genügen, zu einem entsprechenden Preis versteht sich. Mit den beiden Monitoren CG2420 (UVP: 1.499 €) und CS2420 (699 €) will EIZO in moderateren Preisbereichen außergewöhnlich gute Preis-Gegenwerte anbieten. Beide Monitore gleichen sich auch auf den zweiten Blick wie ein Ei dem anderen, ihre IPS-Panels decken bei einer Auflösung von 1900 x 1200 Bildpunkten stolze 99 Prozent des AdobeRGB-Farbraumes ab. Dieser Farbraum offeriert im Vergleich zum sRGB-Farbraum vor allem in Grün- und Blautönen deutlich mehr Farbdifferenzierung. Der CG2420 bietet darüber hinaus sogar 98 Prozent des DCI-P3-Farbraumes, der vor allen Dingen bei hochwertigen digitalen Filmprojektionen wichtig ist. So richtet sich das hardwarekalibierbare CG-Modell, das standardmäßig auch über eine sehr hochwertige, magnetisch haftende Lichtblende verfügt, vor allen Dingen an User, die professionell in den Bereichen Fotografie, Druck und Design arbeiten.

Der Clou: Die Kalibriereinheit ist schon eingebaut. Der ebenfalls hardwarekalibrierbare kleine Bruder, das CS-Modell, kommt in Sachen Ausstattung ein wenig abgespeckter daher. Ohne Lichtblende, die allerdings nachrüstbar ist, und ohne eingebaute Kalibriereinheit, wendet er sich an anspruchsvolle Hobby-Fotografen und Illustratoren. Zum Lieferumfang gehört jedoch auch hier die Kalibriersoftware ColorNavigator, der klassisch vor den Monitor zu hängende Kalibriersensor EX3 (zirka 83 €) muss separat angeschafft werden. Das sehr gut verarbeitete Gehäuse ist bei beiden Modellen identisch, ebenso der Prozessor für die eingebaute Hardwarekalibrierung von Helligkeit, Weißpunkt und Gamma sowie der Digital Uniformity Equalizer für eine gleichmäßige Leuchtdichtenverteilung und Farbreinheit. Beide bieten eine Farbauflösung von 10 Bit, was eine Darstellung von bis zu 1,07 Milliarden Farben ermöglicht, aber eine entsprechende Grafikkarte voraussetzt. 10 Bit pro Farbkanal unterstützen beispielsweise die Karten AMD Firepro V3900 für etwa 110 Euro oder Nvidia Quadro 600 für etwa 160 Euro. Doch wie kommt selbst unter Anrechnung des mitgelieferten Zubehörs und der Ausstattung der erhebliche Preisunterschied zwischen beiden Modellen zustande? Zum einen bietet der CG2420 ein Display mit einem deutlich höheren Kontrastumfang (1:1500 gegenüber 1:1000). Außerdem beträgt seine maximale Helligkeit 400 cd/qm statt 350 cd/qm. Damit erreicht der CG2420 ein absolut professionelles Niveau, was sich natürlich auf den Preis niederschlägt. Hinzu kommt, die eingebaute automatische Kalibrierung ist sehr aufwändig ausgeführt und clever konstruiert. Die Kalibrierung selbst kann man manuell anstoßen, nach einer einzustellenden Betriebsstundenzahl oder nach Uhrzeit und Datum selbstständig ausführen lassen, beispielsweise jede Sonntagnacht um 1:00 Uhr. Ist der Prozess gestartet, folgt zunächst eine 30-minütige Aufwärmphase, da jeder Monitor erst im betriebswarmen Zustand seine Sollwerte in Sachen Helligkeit und Farbtreue erreicht. Anschließend fährt am oberen Bildschirmrand ein kleiner Sensor nach unten und die eigentliche, etwa drei Minuten dauernde Kalibrierung beginnt. Eine solche Vollautomatik ist beispielsweise beim Colorgrading, wo vielen Bildern und kompletten Videofilmen ein bestimmter Farblook zugewiesen wird, unabdingbar, da es hier auf absolute Genauigkeit ankommt. Dies vor allem, wenn sich die Bildbearbeitung über einen längeren Zeitraum erstreckt. Gegebenenfalls wird hier täglich kalibriert.

 

Bewertung

Testbewertung Pictures Magazin

In der Testpraxis machten beide Monitore im besten Sinne unauffällig ihren Job. Auf dem Arbeitsplatz praktizierten die beiden 24-Zöller eine angenehme Form des Understatements, angefangen bei den schmalen Displayrahmen über die Menüsteuerung mittels der unten im Rahmen platzierten, weiß illuminierten Menüknöpfe. Beim Bedienen des leicht verständlichen Menüs reicht selbst das sanfteste Tippen, um bei den Tasten eine sofortige Reaktion auszulösen, die dann mit einem Piepsen bestätigt wird. Der Ton kann aber auch ausgestellt werden. Bei einer Größe von 55 x 25 Zentimetern wiegt jeder der Monitore 7,8 Kilogramm, recht viel für die Größe, was aber der wertigen Verarbeitung geschuldet ist. Einziger Kritikpunkt ist die nach unten begrenzte Höhenverstellung. Die Bildqualität beider Monitore ist über jeden Zweifel erhaben. Auffallend ist, wie gleichmäßig die Hintergrundbeleuchtung ausgelegt ist. Beim CS2420 ist die Farbwiedergabe ungemein differenziert und der Bildkontrast insgesamt hervorragend. Der CG2420 legt überall noch eine kleine Schippe drauf. Er wirkt zwar nicht schärfer, weil mehr kaum geht, aber noch etwas plastischer und über die Bildfläche noch gleichmäßiger.

 

Fazit:

Mit den Modellen CS2420 und CG2420 hat EIZO zwei hervorragende Monitore auf den Markt gebracht. Der luxuriös ausgestattete CG2420 erweist sich als kompromissloses Messwerkzeug und ist unsere neue Referenz. Der halb so teure CS2420, ebenfalls hardwarekalibrierbar, steht dem großen Bruder kaum nach und dürfte für anspruchsvolle Fotografen derzeit in seiner Auflösungsklasse in Sachen Preis-Leistung kaum zu schlagen sein.

 

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