Das Nikkor Z 600 mm 1:4 TC VR S ist ein echtes Objektivwunder für absolute Vollprofis: Mit seiner extremen Schnelligkeit, der überragenden Schärfe und dem eingebauten Teleconverter konnte es in unserem Test auf ganzer Linie überzeugen.

von Benjamin Lemm © Fotos Nikon, Benjamin Lemm

Teleobjektive haben meist den Nachteil, dass sie aufgrund ihrer Konstruktion oftmals nur sehr hohe Blendenwerte aufweisen. Das führt dazu, dass das Fotografieren bei schlechtem Licht schnell zur Qual wird: Der Autofokus funktioniert nicht mehr richtig und die ISO-Zahlen schießen in die Höhe. Hohe Blendenwerte führen außerdem zu längeren Verschlusszeiten, was bei langen Brennweiten oft Unschärfe durch Verwacklungen zur Folge hat. Wer mehr Lichtstärke auf große Distanzen braucht und außerdem auf eine gute Bildqualität aus ist, sollte auf eine Super-Tele-Festbrennweite zurückgreifen. Denn diese sind oft besonders hochwertig, relativ groß und vor allen Dingen – teuer.

Auch das Nikkor Z 600 mm 1:4 TC VR S ist mit einer UVP von 17.249 Euro alles andere als erschwinglich. Dank seiner überragenden Qualität und der umfassenden Ausstattung ist der astronomische Preis für absolute Vollprofis aber durchaus gerechtfertigt, wie wir im Verlauf unseres Tests feststellen werden.

Auch wenn sich mit dem Objektiv aufgrund der hohen Lichtstärke durchaus Fotos aus der Hand schießen lassen, ist der Einsatz eines Stativs in vielen Situationen ratsam.

Teleobjektive haben meist den Nachteil, dass sie aufgrund ihrer Konstruktion oftmals nur sehr hohe Blendenwerte aufweisen. Das führt dazu, dass das Fotografieren bei schlechtem Licht schnell zur Qual wird: Der Autofokus funktioniert nicht mehr richtig und die ISO-Zahlen schießen in die Höhe. Hohe Blendenwerte führen außerdem zu längeren Verschlusszeiten, was bei langen Brennweiten oft Unschärfe durch Verwacklungen zur Folge hat. Wer mehr Lichtstärke auf große Distanzen braucht und außerdem auf eine gute Bildqualität aus ist, sollte auf eine Super-Tele-Festbrennweite zurückgreifen. Denn diese sind oft besonders hochwertig, relativ groß und vor allen Dingen – teuer.

Auch das Nikkor Z 600 mm 1:4 TC VR S ist mit einer UVP von 17.249 Euro alles andere als erschwinglich. Dank seiner überragenden Qualität und der umfassenden Ausstattung ist der astronomische Preis für absolute Vollprofis aber durchaus gerechtfertigt, wie wir im Verlauf unseres Tests feststellen werden.

Verarbeitung und Haptik

Das Nikkor Z 600 mm 1:4 TC VR S fällt zunächst durch seine opulenten Maße von 165 x 437 mm auf – ein wirklich großes Objektiv, das so wohl nur in die geräumigsten Fotorucksäcke passt. Aber mit ein solchen Ausmaßen ist bei diesem Brennweitenbereich und der hohen Lichtstärke zu rechnen. Umso erstaunlicher ist das verhältnismäßig geringe Gewicht von lediglich 3.260 g, was das Handling des Teleobjektivs trotz seiner Größe recht angenehm gestaltet.

Dabei macht das Objektiv einen durch und durch wertigen Eindruck: Das Gehäuse wirkt robust, sämtliche Schalter und Knöpfe lassen sich einwandfrei betätigen und sind hochwertig verarbeitet. Das Objektiv liegt zudem sicher und wackelfrei am Kamerabajonett an.

Die große Gegenlichtblende schützt das Objektiv zuverlässig vor Regentropfen und Lense Flares, ist ebenfalls hochwertig verarbeitet und lässt sich mit einer Schraube sicher an der Objektivfront arretieren. Für den Transport lässt sich die Gegenlichtblende außerdem umgekehrt über das Objektiv stülpen und ebenfalls durch die genannte Schraube befestigen, sodass Anwender hier einiges an Platz sparen.

Der integrierte Telekonverter lässt sich durch einen Lock-Switch arrettieren.

Ausstattung

Das Objektiv vereint 26 Linsen in 20 Gruppen bei Innenfokussierung und einer Naheinstellgrenze von 430 cm. Die kleinste Blende beträgt f/45. Das Objektiv verfügt weiterhin über einen optischen Stabilisator, der einen tollen Job macht und selbst bei zugeschaltetem Teleconverter Fotos aus der Hand ermöglicht. Nikon gibt hier eine 5-Stufen-Kompensation an, in Kombination mit einer Nikon Z9 sollen es sogar 5,5 Stufen sein. Das Objektiv ist zudem umfassend gegen Spritzwasser und Staub geschützt. Ein Einschub am Objektivbajonett erlaubt außerdem die Nutzung von Filtern mit einem Durchmesser von 46 mm.

Das Objektiv verfügt über eine Vielzahl an Schaltern und Buttons: Der wichtigste und spannendste ist der Hebel zur Zuschaltung des integrierten Teleconverters, welcher die Reichweite und Mindestblendenzahl des Objektivs um einen Faktor von 1,4 x erhöht und das Objektiv somit wesentlich flexibler macht (840 mm Brennweite, f/5.6). Somit bietet das Nikkor Z 600 mm 1:4 TC VR S quasi zwei hochwertige Objektive in einem Körper. Das ist besonders praktisch, da eine Festbrennweite gerade in der Wildlife-Fotografie wenig Flexibilität bietet und somit in vielen Situationen unbrauchbar wird – eine wirklich tolle Ergänzung.

Zur Ausstattung gehören außerdem die obligatorischen Schalter zum Wechsel zwischen Autofokus und manuellem Fokus sowie für den Fokus-Limiter. Ein programmierbarer Funktionsbutton ist ebenso enthalten wie vier Fokus-Halte-Buttons, die für maximale Flexibilität rund um das Objektiv angebracht sind. Ein Fokus- sowie ein Blendenring dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Zum Lieferumfang gehört außerdem eine hochwertige Objektivtasche mit Gurt, die das Objektiv vor Stößen und anderen äußeren Einflüssen schützt und den Transport erleichtert. Leider ist in der Tasche kein Platz für eine Kamera, sodass man diese immer separat transportieren muss.

Autofokus

Das Autofokussystem des Nikkor Z 600 mm 1:4 TC VR S ist mit einem Silke-Swift-Schwingspulenmotor ausgestattet, der das Objektiv extrem schnell fokussieren lässt. Schnell bewegliche Objektive lassen sich hiermit wunderbar einfangen, der eingebaute Fokuslimiter verbessert die Performance bei Objekten im Nahbereich bis zehn Meter Entfernung noch einmal. Auch das Fokussieren von der Naheinstellgrenze zu Unendlich und zurück funktioniert schnell und reibungslos. Dabei agiert der Autofokus vollkommen geräuschlos. Allerdings verschiebt das Objektiv beim Fokussieren den Bildausschnitt stark (Focus Breathing), was vor allem für Filmer eher ungünstig ist. Insgesamt handelt es sich hierbei um ein rasend schnelles Autofokussystem, das sich ohne Zweifel für die anspruchsvollste Fotografiesituationen eignet.

Robust und hochwertig verarbeitet – das sind zwei Merkmale des leistungsstarken Objektivs, das in unserem Test auf ganzer Linie überzeugte.

Bildqualität

Chromatische Aberration und Verzeichnung

Das Objektiv wies in unserem Test keine erkennbaren chromatische Aberrationen oder Verzeichnungen auf.

Schärfe

Das Objektiv ist schon bei Offenblende f/4 sowohl in der Mitte als auch an den Rändern extrem scharf und behält diese Schärfe beim Abblenden bei. Das Hinzuschalten des Teleconverters mindert die Schärfe leicht, insgesamt ist die Schärfe aber sehr nahe an der Perfektion – besser geht es wohl kaum.

Bokeh

Das Bokeh des Objektivs ist insgesamt recht angenehm, kann je nach Lichtsituation aber auch mal etwas harscher daherkommen. Zum Rand hin ist ein deutlicher Katzenaugeneffekt zu erkennen, Onion Rings sind allerdings nicht vorhanden.

Vignette

Das Objektiv weist bei Offenblende f/4 eine leichte Vignette auf, die beim Abblenden verschwindet und sich leicht korrigieren lässt. Mit zugeschaltetem Teleconverter ist die Vignette bei f/5,6 nur zu erahnen und verschwindet auch hier bei einmaligem Abblenden.

Lense Flares und Ghosting

Flaring ist bei dem Nikkor Z 600 mm 1:4 TC VR S so gut wie nicht vorhanden, auch Ghosting ist bei diesem Objektiv nur in wenigen Situationen minimal zu entdecken.

Halsbandsittiche wie diesen findet man im Köln-Bonner Raum sehr häufig. Diesen haben wir in der Bonner Rheinaue angetroffen.

Das Objektiv in der Praxis

In der Praxis bereitete das Nikkor Z 600 mm 1:4 TC VR S uns vor allem aufgrund seines schnellen Autofokus sowie der überragenden Bildqualität jede Menge Freude. Die kleine Blende von f/4 sorgt dabei nicht nur für einen tollen Freistelleffekt, sondern erlaubt zudem sehr kurze Verschlusszeiten, die zusammen mit dem Stabilisator des Objektivs trotz sehr langer Brennweite scharfe Fotos aus der Hand sogar bei zugeschaltetem Teleconverter erlauben. Letzterer entpuppte sich immer wieder als hilfreiche Ergänzung, um gerade bei beweglichen Motiven wie Vögeln den richtigen Bildausschnitt zu finden, ohne die ganze Zeit die Position wechseln zu müssen.

Zwar ist das Objektiv aufgrund seiner Größe alles andere als handlich, lässt sich aufgrund seines moderaten Gewichts aber dennoch gut transportieren. Ein Stativ ist gerade bei längeren Fotoausflügen hilfreich, denn wer dieses große Objektiv über mehrere Stunden beim Fotografieren mit den Händen stabilisiert, darf schon allein aufgrund der Hebelwirkung der langen Konstruktion mit schweren Armen rechnen.

Trotz der beeindruckenden Größe ist das Objektiv aufgrund seines Gewichts von 3.260 g gut zu handhaben.

Fazit

Insgesamt ist das Nikkor Z 600 mm 1:4 TC VR S ein hochwertiges und leistungsstarkes Objektiv, das uns im Test in jeder Hinsicht überzeugte und auf der Wunschliste eines jeden ambitionierten Wildlife-Fotografen stehen sollte. Besonders der eingebaute Teleconverter sei hier noch einmal hervorgehoben, der aus dem Objektiv effektiv sogar zwei Objektive macht und so die Nachteile einer Festbrennweite in Sachen Flexibilität ein wenig ausgleicht.

Dennoch ist das Objektiv aufgrund seiner UVP von 17.249 Euro wohl nur für die wenigsten Fotografen interessant und daher vor allem Profis im Wildlife- und Sportbereich ans Herz zu legen. Hobbyfotografen können sich damit trösten, dass sie auch mit günstigeren Objektivvarianten in den meisten Situationen zumindest ähnlich gute Fotos zu einem deutlich niedrigerem Preis schießen können.

Typ Superteleobjektiv, Festbrennweite
Hersteller Nikon
Vertrieb www.nikon.de
Preis [UVP] 17.249 €
Abmessungen 165 x 437 mm (Ø x H)
Gewicht 3260 g

Technische Daten/Ausstattung

Objektivbajonett Nikon Z
Brennweite, Lichtst. 600 mm, F4 / 840 mm, F5.6 (1,4-fach Telekonverter)
Linsengruppen und Elemente 20 – 26
Kleinste Blende f/45
Abgedichtetes Bajonett ja
Spritzwassergeschützt ja
Autofokus ja
Bildstabilisator 5 Stufen
Naheinstellgrenze 430 cm
Blendenlamellen 9
Filtergröße 46 mm (Einschub)
Gegenlichtblende ja
Objektivtasche ja

Testergebnisse (max. 10 Punkte)

geom. Verzeichnungen 10
chrom. Aberration 10
Vignettierung 9
Bokeh 8
Schärfe 10

Auf einen Blick

+ hohe Lichtstärke f/4
+ überragende Bildqualität
+ schneller Autofokus
+ eingebauter Telekonverter (1,4x)’
+ praktische Objektivtasche
+ geringes Gewicht trotz Größe und Qualität

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