Die World Photography Organisation gibt die Gesamtsieger/-innen in allen vier Wettbewerben der prestigeträchtigen Sony World Photography Awards 2021 bekannt: Der Titel „Photographer of the Year“, das damit verbundene Preisgeld in Höhe von 25.000 US-Dollar und eine digitale Fotoausrüstung von Sony gehen an den renommierten Dokumentarfilmer Craig Easton aus England, der für seine Serie „Bank Top“ ausgezeichnet wird.

Drei Beispielbilder aus der Serie „Bank Top“. © Craig Easton, United Kingdom

Photographer of the Year

„Bank Top“, ein Gemeinschaftsprojekt von Craig Easton und dem Autor und Dozenten Abdul Aziz Hafiz, untersucht die Darstellungen – und Fehldarstellungen – lokaler Gemeinschaften in Nordengland und fokussiert dabei insbesondere auf das Stadtviertel Bank Top in Blackburn mit seiner stark in sich geschlossenen Gemeinschaft. Ein Jahr lang arbeiteten Easton und Hafiz eng mit den Einwohner/-innen zusammen, um ihre Geschichten und Erfahrungen in einer Reihe von Schwarzweißporträts und begleitenden Texten zu erkunden. Beleuchtet wurden dabei Themen wie soziale Benachteiligung, Wohnen, Arbeitslosigkeit, Einwanderung und Mitbestimmung sowie die Auswirkungen der früheren und aktuellen Außenpolitik. Das Projekt wendet sich gegen Vereinfachungen und Verallgemeinerungen, will Kontext zu der Frage liefern, wie diese Gemeinschaften entstanden, und ein besseres Verständnis für ihre jetzige Entwicklung vermitteln.

Open Photographer of the Year

Der Offene Wettbewerb zelebriert die Macht starker Einzelbilder. Die prämierten Arbeiten zeichnen sich durch eine bemerkenswerte visuelle Erzählweise aus, die mit technischer Exzellenz einhergeht. Aus den zehn Sieger/-innen in den offenen Kategorien wurde Tamary Kudita (Simbabwe) ausgewählt und zum Open Photographer of the Year 2021 gekürt. Sie erhält ein Preisgeld in Höhe von 5.000 US-Dollar sowie eine digitale Fotoausrüstung von Sony und kann sich weltweiter Aufmerksamkeit sicher sein.

Kudita erhält den Titel für ihr herausragendes Porträt „African Victorian“, das sie in der Kategorie Kreativ eingereicht hatte. Das Foto zeigt eine junge schwarze Frau in viktorianischer Kleidung, die traditionelle Shona-Kochutensilien in der Hand hält. Das Bild hinterfragt die stereotype Kontextualisierung des schwarzen weiblichen Körpers und bietet eine alternative visuelle Sprache, durch die eine vielschichtige afrikanische Identität präsentiert wird.

Unter den zehn Sieger/-innen befindet sich auch der deutsche Fotograf Klaus Lenzen, der für sein Bild „The Blue Window“ in der Kategorie Architektur ausgezeichnet wurde. Mehr zu Lenzen sowie den neun weiteren Gewinnern erfahren Sie in Ausgabe 5/2021 unseres Pictures Magazins.

Hier sehen Sie die zehn Gewinnerbilder:

Sieger/-innen in den Profi-Kategorien

Die Sieger/-innen im Profi-Wettbewerb wurden von einer Fachjury ausgewählt, weil sie herausragende Serien mit fünf bis zehn Bildern eingereicht hatten. Das Spektrum reichte dabei von lokal relevanten Geschichten bis hin zu Themen von globaler Bedeutung; von stillen Momenten der Selbstbehauptung bis hin zu Ideenreichtum und verspielten Einfällen. Alle Kategoriesieger/-innen erhalten eine digitale Fotoausrüstung von Sony.

Die diesjährigen Gewinner/-innen sind:

Architektur: Tomáš Vocelka (Tschechien) für seine Serie Eternal Hunting Grounds

Kreativ: Mark Hamilton Gruchy (Großbritannien) für seine Serie The Moon Revisited

Dokumentation: Vito Fusco (Italien) für seine Serie The Killing Daisy

Umwelt: Simone Tramonte (Italien) für seine Serie Net-zero Transition

Landschaft: Majid Hojjati (Iran) für seine Serie Silent Neighborhoods

Portfolio: Laura Pannack (Großbritannien) für ihre Einsendung Portfolio Overview

Porträt: Craig Easton (Großbritannien) für seine Serie Bank Top

Sport: Anas Alkharboutli (Syrien) für seine Serie Sport and Fun Instead of War and Fear

Stillleben: Peter Eleveld (Niederlande) für seine Serie Still Life Composition, Shot on Wet Plate

Natur- und Tierwelt: Luis Tato (Spanien) für seine Serie Locust Invasion in East Africa

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Student Photographer of the Year

Coenraad Heinz Torlage (Südafrika) von der Stellenbosch Academy of Design and Photography wurde zum „Student Photographer of the Year 2021“ gekürt und gewinnt eine Fotoausrüstung von Sony im Wert von 30.000 Euro für seine Akademie. Torlage wird für seine Serie „Young Farmers“ ausgezeichnet, die er zu der Themenstellung Our Time (Unsere Zeit) angefertigt hatte. Dabei sollten die teilnehmenden Student/-innen zeigen, wie sie und ihre Altersgenoss/-innen die Welt sehen und zum Besseren verändern wollen.

Für „Young Farmers“ fotografierte Torlage, der selbst auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, junge Landwirte, die sich den Herausforderungen durch schwere Dürren, Sicherheitsprobleme und die Debatten um den Landbesitz stellen und gleichzeitig einen Beitrag zu einer gerechteren, nachhaltigeren Zukunft und Ernährungssicherheit leisten.

© Coenraad Heinz Torlage, Südafrika

© Coenraad Heinz Torlage, Südafrika

Youth Photographer of the Year

Pubarun Basu (Indien, 19 Jahre) wurde mit seinem Bild „No Escape from Reality“ unter sechs Kategoriesiegern zum „Youth Photographer of the Year 2021“ gewählt. In seinem Bild lassen die Schatten eines Gitters, das auf Vorhänge projiziert wurde, die Illusion von Käfigstäben entstehen, hinter denen zwei Hände scheinbar auszubrechen versuchen. Auf diese Weise wird ein Gefühl von Gefangenschaft vermittelt, wie es so viele Menschen weltweit im vergangenen Jahr erlebt haben. Basu erhält eine digitale Fotoausrüstung von Sony und kann sich auf weltweite Präsenz seiner Arbeit freuen.

© Pubarun Basu, India

© Pubarun Basu, India

Preis für herausragende Leistungen für die Fotografie

Der diesjährige Preis für Herausragende Leistungen für die Fotografie („Outstanding Contribution to Photography“) geht an die gefeierte mexikanische Fotografin Graciela Iturbide. Iturbide gilt weithin als die größte lebende Vertreterin der lateinamerikanischen Fotografie. Ihr Werkkatalog ist eine fotografische Dokumentation Mexikos seit den späten 1970er-Jahren und wird als entscheidender Beitrag zur visuellen Identität des Landes gerühmt. In Bildern, die das tägliche Leben und die Alltagskultur, aber auch Rituale und Religion darstellen, erkundet Iturbide die zahlreichen Komplexitäten und Widersprüche ihres Landes, hinterfragt dessen Ungleichheiten und hebt die Spannungen zwischen Stadt und Land, Moderne und Indigenität hervor. Ihre Arbeiten gehen über rein dokumentarische Narrative hinaus und möchten poetische Visionen vermitteln, mitgeprägt von den persönlichen Erfahrungen und Reisen der Fotografin.

Alle weiteren Infos zum Wettbewerb erfahren Sie unter www.worldphoto.org