Mona Schulzek, Ottomane, 2016 © Mona Schulzek, courtesy Vonovia Award für Fotografie 2019 (1. Preisträgerin Kategorie »Beste Fotoserie«)

 

Vonovia Award für Fotografie

Der Vonovia Award für Fotografie wurde 2017 ins Leben gerufen und zählt mit insgesamt 42.000€ Preisgeld zu den höchstdotierten Fotopreisen Deutschlands. Letzte Woche wurden nun bereits zum dritten Mal die Auszeichnungen vergeben.

Unter dem Thema „Zuhause“ sollten die diesjährigen Gewinner sowohl in der Hauptkategorie „Beste Fotoserie“ als auch in der Kategorie „Beste Nachwuchsarbeit“ ihre Serien einreichen. Denn auch wenn es dasselbe Thema behandelt, wie es auch in den vorherigen beiden Jahren war, so lässt sich dieser Begriff doch von jedem einzelnen individuell verstehen, interpretieren und darzustellen – und das haben alle 340 hauptberufliche FotografInnen und Nachwuchstalente mit großem Erfolg unter Beweis gestellt, obgleich am Ende nur vier Teilnehmer ihre Preise nachhause nehmen konnten.

Im Rahmen der Preisverleihung, welche von Journalistin und Moderatorin Hatice Akyün moderiert worden ist,  feierten 150 Gäste mit der Jury und den Teilnehmern im Hamburger Oberhafen.

 

Preisverleihung Vonovia Award für Fotografie 2019 in Hamburg, Jury und PreisträgerInnen © Vonovia Award für Fotografie, Foto Stefan Groenveld

Die Preisträger 2019

Der 1. Preis (15.000 Euro) der Hauptkategorie »Beste Fotoserie« ging an Mona Schulzek (geb. 1992) für ihre Fotoserie »Ottomane« von 2016. In ihrer Serie zeigt die Fotografin Räume, die mit Orientteppichen so dicht verhüllt worden sind, dass aus der Flut der überbordenden Ornamentik erst nach und nach der zu einer bildhauerischen Plastik verwandelte Raum erfahrbar wird.

Mit dem 2. Preis (12.000 Euro) in der Hauptkategorie »Beste Fotoserie« wurde Bastian Thiery (geb. 1990) ausgezeichnet, der als freischaffender Fotograf in Berlin lebt und arbeitet.  Bei seiner 2017/18 entstandenen Serie »Humpelfuchs«, war der Ausgangspunkt die Begegnung mit einem humpelnden Fuchs. Die 12-teillige Serie beleuchtet das nächtliche Leben des Berliner Stadtteils und nimmt gleichermaßen Menschen und ihre Behausungen in den Blick.

Der 3. Preis (10.000 Euro) in der Hauptkategorie »Beste Fotoserie« wurde an den niedersächsischen, freien Fotografen Theodor Barth (geb. 1964) verliehen, der für Magazine und überregionale Tageszeitungen arbeitet und zugleich mehrere fotografische Langzeitprojekte verfolgt. Vor zwei Jahren begann der Fotograf seine Dokumentation über die durch den Strukturwandel bedingte Räumung des nordrheinwestfälischen Dorfes Manheim im Braunkohlegebiet Garzweiler. Die Gewinnerserie »Auf der Kohle«, eine eindringliche, in Schwarzweiß gehaltene Bestandsaufnahme, gleicht einer archäologischen Erkundung und folgt der Logik von Planquadraten.

In der Kategorie Beste Nachwuchsarbeit (5.000 Euro) setzte sich Marlene Hoberger (geb. 1992) mit ihrer Serie »Leere Tage«, 2018/19 gegen sieben weitere Finalisten durch. Die junge Wienerin lebt und arbeitet heute in Hamburg. Ihre Fotostrecke beschäftigt sich mit dem höchst aktuellen Thema des Alterns in unserer Gesellschaft. Sechs Monate lang hat Hoberger ein Altenpflegeheim besucht, um herauszufinden, was am Ende eines Lebens ein Zuhause ausmacht. Das Eintauchen in den Alltag der Bewohner und die dabei geführten Gespräche bestimmen die Intensität ihrer Bilder.